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Almlehrpfad

Die geologischen Situation

Über eine Höhendifferenz von ungefähr 1.000m erschließen die Felswände am Südrand des Tennengebirges ein geologisches Profil durch 40 Millionen Jahre Erdgeschichte. Folgende Gesteinszonen charakterisieren den südlichen Gebirgsrand:

bulletDachsteinriffkalk als krönende Einheit (Alter ca. 220 bis 205 Mio. J.)
bulletHauptdolomit und  Wettersteinkalk in den unteren Wandteilen (Alter ca. 240 bis 220 Mio. J.)
bulletWerfener Schichten im teilweise bewaldeten Gelände am Wandfuß (Alter ca. 245 bis 240 Mio. J.)

 

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Deckenbau:

Die nördlichen Kalkalpen liegen als fernüberschobener Deckenstapel sozusagen „ortsfremd“ auf dem nach Süden abtauchenden mitteleuropäischen Vorland (Böhmische Masse und Alpenvorland). Ihr Baustil kann folgendermaßen charakterisiert werden: Eine nur mäßig zerteilte Stammdecke trägt auf ihrem Rücken mehrere Deckschollen und ist ihrereseits auf tiefere kalkalpine Einheiten im Norden aufgeschoben. In den Salzburger und Berchtesgadener Kalkalpen übernimmt das sog. Tirolikum die Funktion der Stammdecke. Auf ihm liegen die höheren Decken des Juvavikums (Berchtesgadener Decke, Lammermasse und Dachsteindecke).

Das Tirolikum der Salzburger Kalkalpen  erstreckt sich vom Südrand der Kalkhochalpen bis zur nördlichen Deckenstirn, die der Linie Kapuzinerberg-Nockstein-Schober-Schafberg folgt. Es umfasst die Werfen-St.-Martiner Schuppenzone, das Tennengebirge, das Hochkönigmassiv, das Hagengebirge, das Steinerne Meer, die Loferer und Leoganger Steinberge, die Steinplatte, den Hohen Göll und die Osterhorngruppe. Das Tirolikum der  Salzburger Kalkalpen liegt im wesentlichen flach und aufrecht, d.h. die Schichten werden nach oben jünger. Zwischen dem Südfuß des Tennengebirges und dem Fritzbach erstreckt sich ein breites Schichtpaket aus intensiv verschuppten Werfener Schichten und mitteltriadischen Dolomiten (Anis, Ladin), die sog. Werfen-St.-Martiner Schuppenzone. In dieser Zone fanden kleinräumige südgerichtete Deckenbewegungen mit Transport-weiten von mehreren Kilometern statt. Fernüberschiebungen mit größeren Transport-weiten treten innerhalb des Tirolikums jedoch nicht auf.

Der Deckenbau der Nördlichen Kalkalpen entwickelte sich über einen Zeitraum von ungefähr 120 Millionen Jahren, d.h. vom späten Jura bis ins Alttertiär, wobei die Bewegungen in Etappen stattfanden. Intensive Deformationsakte wurden von längeren Phasen tektonischer Ruhe unterbrochen. Zunächst müssen wir zwischen dem internen Deckenbau der Kalkalpen und ihrem Ferntransport als ganzes unterscheiden. Die Grundzüge des internen Deckenbaus wurden schon im späten Jura und in der älteren Kreidezeit, d.h. vor ca. 150 bis 100 Millionen Jahren, durch submarine Gleitungen und Überschiebungen angelegt. Dabei kamen auch die Berchtesgadener Decke und die Dachsteindecke auf dem Tirolikum zu liegen. Danach erfolgte der Ferntransport der Nördlichen Kalkalpen in zwei Etappen: Vor ungefähr 90 Millionen Jahren kollidierte der Nordrand des Ostalpins, dem auch die Nördlichen Kalkalpen angehören, mit den Zentralgneisen der Hohen Tauern, wobei der dazwischen liegende Ozean geschlossen wurde. Der europäische Schelf lag damals aber noch weit nördlich der ostalpinen Überschiebungsfront. Zwischen ihm und dem Nordrand des alpinen Deckenkörpers erstreckte sich ein anderer Ozean, aus dem später die Rhenodanubische Flyschzone hervorgehen sollte. Erst im Alttertiär, vor ungefähr 40 Millionen Jahren, wurde auch dieser Ozean geschlossen. In weiterer Folge wurden die Nördlichen Kalkalpen auf den mitteleuropäischen Schelf aufgeschoben, wobei ein Teil der ozeanischen Sedimente von ihrem Untergrund abgeschert wurden. Als Rhenodanubische Flyschzone bilden diese abgescherten Tiefseeablagerungen heute einen schmalen Saum am Nordrand der Kalkalpen. (Text: E. Hejl)

TRIAS

 

245 – 204
Mio. Jahre

Gesteinsausbildung

 

Hauptmerkmale und Bildungsbedingungen

Obertrias

Rhät
210 – 204 Mio. Jahre

Dachsteinkalk

Der Dachsteinkalk ist Hauptbaustein der Kalkhochalpen. Der norische und rhätische Anteil sind schwer zu trennen und zusammengenommen ergeben sich maximale Mächtigkeiten von bis zu 1500 m. Während der Bildung in einem flachen Milieu kam es zum Auftauchen größerer Areale. Er weist eine starke Bankung auf.


Nor
220 - 210 Mio. Jahre

Dachsteindolomit

Karn
229 – 220 Mio. Jahre

Hauptdolomit

Hauptdolomit wurde in einem seichten, hypersalinen Wattenmeer der Lagune weit hinter den Riffen gebildet.

Mitteltrias

Ladin
239-229 Mio.
Jahre

Wettersteinkalk/
Ramsaudolomit

Während der Bildung des Wettersteinkalkes kam es durch tektonische Bewegungen im Untergrund einerseits zum Zerbrechen der Riffkalkplatte, zum Auftauchen, Verkarsten und Nachsacken derselben. Es ergeben sich maximale Mächtigkeiten von 1000 m.

Anis
239-233 Mio. Jahre

Dunkelgrauer
Massendolomit

Die schwarzgruaen Gutensteiner Schichten stellen eine im Durschnitt etwa 100-150 m mächtige Bildung eines flachen, sauerstoffarmen Meeres dar.

Untertrias

Skyth
245-239 Mio.Jahre

Werfener Schiefer

Dies sind Ablagerungen eines flachen subtidalen Milieus (bis zu 500m mächtig). Sie gliedern sich in die umfangreichen Werfener Quarzite ( hellgrün bis weiß) an der Basis, die mächtigen Werfener Schiefer (rot, violett, grün bis grau) im Mittelabschnitt und die schmächtigen Werfener Kalke (violett bis braun) an der Obergrenze.